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Das Passah oder der Durchzug durch das Rote Meer

Details eines frühchristliche Sarkophags in Arles (Südfrankreich)

Betrachten wir diesen frühchristlichen Sarkophag. Auf der linken Seite können wir die Streitwagen und Pferde des Pharao erahnen, die im Meer versinken. Wir spüren das Chaos. Mose steht mit seinem Stab in der Hand, vertrauensvoll in Gott. Die Hebräer, Frauen und Männer bewegen sich leise vorwärts, die Kinder an der Hand gehalten. Es ist ein geeintes Volk im Aufbruch. Spüren Sie den tiefen Frieden, der von diesem Bild ausgeht ? Sehen Sie sich die Gelassenheit in ihren Gesichtern an, ein Lächeln auf den Lippen. Endlich frei von der Sklaverei des Pharaos! Achten Sie auch auf die Liebe und Zärtlichkeit der Gesten : was drücken die Hände aus? Eine Figur trägt eine Krone aus ungesäuertem Brot um seinen Hals. Alle singen mit Mose den Sieg über den Pharao :

„Ich singe dem Herrn ein Lied,
denn er ist hoch und erhaben.
Ross und Reiter warf er ins Meer.
Meine Stärke und mein Lied ist der Herr,
er ist mir zur Rettung geworden…“

Rechts Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester. Sie nimmt, eine Pauke in ihre Hand, und alle Frauen folgen ihr nach mit Pauken im Reigen. Und Mirjam sing ihnen vor:

„Ich singe dem Herrn ein Lied,
Ross und Reiter warf er ins Meer.
Lasst uns dem HERRN singen“.

In der frühen Kirche stellten die Christen den Übergang vom Tod zum Leben auf Sarkophagen dar. Zu diesem Zweck wurden sie von Passagen aus der Heiligen Schrift inspiriert. Dies sollte dem Verstorbenen helfen, ins Jenseits zu gelangen.

Diese frühchristliche Kunst aus dem IV. Jahrhundert, Zeugnis des Glaubens der ersten Christen, berührt uns noch heute und lädt uns ein, an die Auferstehung zu glauben.

Frohe Ostern !

2 Mose 14, 21- 15, 1-20 : Mose streckte seine Hand über das Meer aus
und der Herr trieb die ganze Nacht das Meer durch einen starken Ostwind fort.
Er ließ das Meer austrocknen und das Wasser spaltete sich.
Die Israeliten zogen auf trockenem Boden ins Meer hinein,
während rechts und links von ihnen das Wasser wie eine Mauer stand.
Die Ägypter setzten ihnen nach;
alle Pferde des Pharao, seine Streitwagen und Reiter zogen hinter ihnen ins Meer hinein.
Um die Zeit der Morgenwache blickte der Herr aus der Feuer- und Wolkensäule
auf das Lager der Ägypter und brachte es in Verwirrung.
Er hemmte die Räder an ihren Wagen
und ließ sie nur schwer vorankommen.
Da sagte der Ägypter: Ich muss vor Israel fliehen;
denn der Herr kämpft auf ihrer Seite gegen Ägypten.
Darauf sprach der Herr zu Mose:
Streck deine Hand über das Meer,
damit das Wasser zurückflutet
und den Ägypter, seine Wagen und Reiter zudeckt!
Mose streckte seine Hand über das Meer
und gegen Morgen flutete das Meer an seinen alten Platz zurück,
während die Ägypter auf der Flucht ihm entgegenliefen.
So trieb der Herr die Ägypter mitten ins Meer. Das Wasser kehrte zurück
und bedeckte Wagen und Reiter,
die ganze Streitmacht des Pharao,
die den Israeliten ins Meer nachgezogen war.

Nicht ein Einziger von ihnen blieb übrig.
Die Israeliten aber waren auf trockenem Boden
mitten durch das Meer gezogen,
während rechts und links von ihnen
das Wasser wie eine Mauer stand.
So rettete der Herr an jenem Tag Israel aus der Hand der Ägypter.
Israel sah die Ägypter tot am Strand liegen.
Als Israel sah, dass der Herr mit mächtiger Hand an den Ägyptern gehandelt hatte,
fürchtete das Volk den Herrn.
Sie glaubten an den Herrn
und an Mose, seinen Knecht.

Der gesamte Sarkophag, Arles, Saint Trophime, 4.Jh.

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Die Xaviere-Schwester Nathalie Becquart, Untersekretärin der Bischofssynode ernannt !

Nathalie Becquart, 51, französische Xaviere-Schwester war zehn Jahre lang, von 2008 bis 2018, für den Nationalen Dienst für die Evangelisierung der Jugend und für Berufungen (SNEJV) innerhalb der französischen Bischofskonferenz verantwortlich und wurde im Mai 2019 zur Beraterin für das Generalsekretariat der Bischofssynode ernannt.

Nathalie Becquart wurde 1969 in Fontainebleau (77) geboren. Nach einem Jahr Freiwilligenarbeit im Libanon und zwei Jahren Berufserfahrung als Beraterin im Bereich Marketing-Kommunikation ist sie 1995 bei den Xavière-Schwestern eingetreten. Ihre ersten Gelübde legte sie 1998 ab und ihre letzten Gelübde im Jahr 2005. Die „Xavière“ ist eine apostolische Ordenskongregation der ignatianischen Spiritualität, die in diesem Jahr ihr hundertjähriges Gründungsjubiläum feiert.

Als Absolventin der HEC-Schule, die höhere Handelsschule in Paris (École des hautes études commerciales) und eines doppelten kanonischen Bakkalaureats in Philosophie und Theologie, das sie 2006 am Centre Sèvres-Facultés Jésuites de Paris erwarb, ergänzt durch eine Ausbildung in Soziologie an der EHESS (2004-2006) (École des hautes études en sciences sociales), absolvierte sie einen Kurs für eine kanonische Lizenz in Theologie an der Boston College School of Theology and Ministry (Spezialisierung in Ekklesiologie mit einer Forschung über Synodalität).

Sie hat fast 30 Jahre in der Jugendmission verbracht und ist eine Spezialistin für Jugendfragen, Jugendevangelisierung und Berufungspastoral. Sie hat sich besonders für junge Erwachsene engagiert: als nationale Leiterin des Plein Vent-Programms (Pfadfinderei in Arbeitervierteln) der Scouts de France (1999-2002), als geistliche Begleiterin im Ignatianischen Jugendnetzwerk (1998-2008), als Leiterin der Studentenseelsorge in Créteil von 2006 bis 2011, als Skipperin und Präsidentin des Vereins „Leben auf See, Einstieg ins Gebet“. Im Jahr 2012 wurde sie als erste Frau zur Direktorin des Nationalen Dienstes für die Evangelisierung der Jugend und für Berufungen innerhalb der französischen Bischofskonferenz ernannt, nachdem sie von 2008 bis 2012 als stellvertretende Direktorin dieses Dienstes für die Studentenseelsorge zuständig war.

Von 2015 bis 2018 war sie, berufen von Bischof Michel Aupetit, Mitglied des Bischöflichen Rates der Diözese von Nanterre.

Ihre zehnjährige Tätigkeit in der Französischen Bischofskonferenz führte dazu, dass sie sich auf europäischer Ebene – durch die Treffen des CCEE (Rat der Europäischen Bischofskonferenzen) und des Europäischen Berufungsdienstes, dessen Vizepräsidentin sie von 2016 bis 2018 war – und auf internationaler Ebene (Organisation des Weltjugendtags, Teilnahme an internationalen Treffen und Kongressen in Rom usw.) engagierte.

Sie war insbesondere an der Vorbereitung der Bischofssynode zum Thema „Jugend, Glaube und Berufungsentscheidung“ in Frankreich und im Vatikan als Generalkoordinatorin der Vorsynode der Jugend im März 2018 und als Auditorin bei der Jugendsynode im Oktober 2018 beteiligt.

Im Mai 2019, während eines Sabbaticals in Nordamerika (Toronto und Chicago), wurde sie zur Konsultorin für das Generalsekretariat der Synode ernannt.

Guten Wind Nathalie in deiner neuen Mission !

Möge der Herr dich begleiten !

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Heiliger Franz Xaver und die Xaviere-Schwestern

Mosaïque de Marco Rupnik, SJ – Chapelle de la Résidence S. Pietro Canisio, Rome

Im Jahr 1947 schrieb ein Jesuit namens Louis Mendigal eine kleine Einführungsbroschüre über La Xavière mit dem Titel „In der Nachfolge Franz Xaver“. Aus Anlass des Festes des hl. Franz Xaver am 3. Dezember veröffentlichen wir das Einführungskapitel. Es zeigt, wie die Xaviere-Schwestern ihren missionarischen Elan aus dem Beispiel und dem Leben dieses großen Missionsheiligen schöpft, dessen Namen sie trägt.

1541 Franz Xaver ist auf dem Weg nach Indien. Ein Datum, das in der Geschichte der Kirche und der Welt zählen wird.

Stellen Sie sich nicht vor, dass während dieser endlosen Reise in den Fernen Osten ein Franz Xaver am Bug des Schiffes steht, das ihn fortträgt, von neuen Christen träumt und sich zu diesen geheimnisvollen Ländern ausstreckt, so dass er die Welt um sich herum vergisst. François Xavier ist kein Träumer, sondern ein Realist, der Besseres zu tun hat, als sich in das Spinnrad der romantischen Vorstellungen zu verstricken.

Auf dem schmalen, tanzenden Kirchenschiff sind Matrosen, die wochen- und monatelang mit ihm brutal umgehen und ihn drängen. Männer, die sich wiederum wie Galeerensträflinge schuften oder wie ein Stein, schlafen, betäubt vor Müdigkeit; die sich unter Manövern abmühen oder gefräßig essen, die umsonst kämpfen und lästern, – denn Leiden macht sogar sanfte Schafe oft böse- oder sich in endlosen Kartenspielen zanken, wenn das Schiff mitten in der Innertropischen Konvergenzzone stagniert und es wirklich nichts anderes zu tun gibt, als Karten zu spielen und sich zu langweilen.

Männer, – von der Arbeit zerschlagen und von Schmerzen und Qualen zermürbt; aber von diesem Leben der Galeerensklaven wie „Tiere“ geworden. Matrosen, aber Söldner und freudlos. Wesen, für die es nichts gibt, außer dem Warten auf ein wenig Schlaf oder eine Schüssel ranziger Brühe. Abgesehen auch von den allzu seltenen Zwischenstopps, bei denen man durch Trunkenheit, Trinkgelage und Rumgebumse, das lange und zu schwere Elend, das eindringende Ungeziefer und das oft tödliche Fieber vergessen kann.

Söhne Gottes jedoch. Die Erlösten. Aber wer könnte unter diesen Wolfsgesichtern noch das wunderbare Abbild Gottes entdecken?

An diesen “ Nächsten “ denkt Franz Xaver. Anstatt in grossartigen Träumen zu verweilen und sich mit trügerischem Enthusiasmus zu erheitern, wird dieser Nachkomme einer spanischen Adelsfamilie, dieser Professor von der Sorbonne, der eine leidenschaftliche Jugend noch gestern gefeiert hat, Matrose werden, um, nachdem er ihr Herz erobert hat, das Recht zu haben, mit seinen Matrosen-Brüdern zu sprechen.

Und er lebt ihr hartes Leben, klettert auf Leitern, schürft seine Hände mit rauen Schoten ab, isst aus der gemeinsamen Schüssel, wendet am Spill, wie ein Mann, der schon lange im Beruf ist, und spielt während der völligen Windstille Karten.

Dann, zwischen zwei Spielen oder zwei Stürmen, kann er zu jenen Männern von Christus sprechen, deren Vertrauen und Achtung er gewonnen hat und die nicht wissen – oder vergessen haben – dass ein Gott sie so sehr geliebt hat, dass er für sie gestorben ist.

Ich glaube, dass dort, auf dem Vorschiff des instabilen Segelsbootes, das das Meer manchmal wie ein Strohhalm und manchmal bewegungslos wie ein totes Ding rüttelte, die „Xavière“ geboren ist.

Aber niemand wusste etwas davon – nicht einmal ich, – nicht einmal Sie, – bis 1925.
Niemand. Außer Gott.

Louis Mendigal (1892-1967)