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Sie waren drei

Dieses Gedicht wurde nach dem Anschlag in der Basilika Notre Dame de l’Assomption in Nizza geschrieben. Drei Menschen, drei treue Diener Gottes wurden ermordert.

Sie waren drei,           
gepflanzte Bäume         
im Gotteshaus           
Wächter des Tages           
und treue Diener.

Sie waren drei,           
gepflanzte Bäume           
im Gotteshaus           
demütige Gläubige           
und Morgenwächter.

Sie waren drei,           
aufgerichtete Bäume           
Betende Gottes           
sie beugten unter der barbarischen Klinge.

Sie war drei,
erhöhte Bäume          
Betende Gottes          
entwurzelt durch den Hass eines Mannes.

Sie waren drei,          
geschwisterliche Bäume        
Ihre Zweige          
voller Tränen, Hoffnungen und Freuden,          
mit denjenigen der ganzen Menschheit        
verflochten

Sie waren drei,         
geschwisterliche Bäume        
ihre Äste         
an den Vater gewendet,         
deren einzige Absicht         
ist, seine Kinder zu versammeln.

Sie waren drei,        
Bäume des Kreuzes        
mit den Armen nach dem Himmel ausgestreckt,           
um den Frieden zu flehen,       
die Arme nach der Erde geöffnet      
um alle zu umarmen       
in derselben Vergebung.

Sie waren drei,       
Bäume des Lebens,       
die stärker sind als jeder Tod       
Bäume des Lebens       
aufgestandene Frauen und Männer       
nun Jünger,       
ihrem Herrn gleichgestaltet.

Sie waren drei,      
wir werden Millionen sein     
wir werden Wälder sein,      
die glauben, immer und immer wieder       
und trotz allem       
und trotz uns       
an die Geschwisterlichkeit
 
Colette Hamza, xaviere
Oktober 2020

   

  

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Sr Beatrice und Claire-Ceciles Abschied

Am Sonntag, den 27.September 2020, am Ende der hl. Messe im St Paulus Billstedt, haben Sr Beatrice und Claire-Cécile abwechselnd diese Ansprache gehalten:

Wie Sie es wissen, verabschieden wir uns heute.

Wir haben versprochen, Ihnen mitzuteilen, welche neuen Aufgaben uns in Frankreich erwarten.

Sr Béatrice: Ich habe schon am 1. September in Salvert meine neue Arbeit angefangen. Ich komme für die Verabschiedung nur ein paar Tage zurück in HH!

Salvert ist ein Ort direkt an Poitiers, ein riesiges Grundstück mit Ackern sogar. Da stehen Kindereinrichtungen in kleinen Holzhäusern – für Kinder die nicht mehr bei der Familie bleiben können oder dürfen -, eine Montessori-Schule – ohne Einkommensbedingungen, ein Bio-Bauernhof, ein Schloss, in dem Menschen ohne andere Lösung wohnen, ein Zentrum für minderjährige Flüchtlinge und noch mehr.

Die Leiter kennen mich von meiner Weiterbildung als Führungskraft im Sozialbereich und haben mich ins Leistungsteam gerufen. Sie vertrauen mir u.a die Einrichtungen für Flüchtlinge an und die Entwicklung der Integration durch Arbeit für die aufgenommen Menschen z. B. im Schloss. Da sind auch Ordensschwestern, von einer anderen Kongregation, und ich wohne vor Ort und mache Gemeinschaft mit den Schwestern, den Ehrenamtlichen und den Laien, die auch vor Ort wohnen. Dieser Lebensstil ist schon per se innovative, er muss sich noch finden.  

Sr Claire-Cécile: Ich bin in Toulouse ausgesandt, wo vier andere Xaviere Schwestern mich erwarten. Die Gemeinschaft wohnt in der Nähe der Kirche St Franziskus von Assisi, ein bisschen wie in Billstedt.

Als Arbeit werde ich als pädagogische Koordinatorin in einer von den Jesuiten gegründeten Schule für Ingenieure Institut catholique d’arts et métiers (ICAM). Dort werden Studenten für ihr Arbeitsprojekt während ihrer fünf Jahren mit der ignatianischen Pädagogie begleitet. Ich werde auch die Dozenten ausbilden. Diese Aufgabe ist ganz neu aber ich finde, dass Gott Humor hat. Es ist, als ob Gott die roten Pfaden gestrickt hätte! Und interessanterweise ist meine Arbeit mit den Studenten in der TU die Technische Universität Hamburg mit dieser Schule verbunden. In der Katholischen Hochschulgemeinschaft (KHG) habe ich viele Studenten aus verschiedenen Städten mit einer ICAM im Erasmussemester begleitet.

Wie Sie es sehen, sind es schöne und interessante Aufgaben, schöne Projekte, und darüber freuen wir uns sehr.

Aber wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Nach 8 Jahren für Béatrice und 5 Jahren für Claire-Cécile sind wir traurig, Hamburg zu verlassen.

Auch trotz der zum Teil schwierigen Zeiten war es eine schöne und sowieso ereignisreiche Erfahrung, mit der wir gewachsen sind und die uns sehr geändert hat und für die wir sehr dankbar sind.

Insbesondere hier in Billstedt St Paulus.

Wir sind immer herzlich aufgenommen worden. Wir wollen Pfarrer Albrecht unbedingt erwähnen, aber auch Ulrike Rudowitz, die ehemalige Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, die so plötzlich gestorben ist – ich erinnere mich noch an ihren Vortrag, um uns willkommen zu heißen -, das aktuelle Team um Irja Warns herum und Pfarrer Felix Evers – und seine Begeisterung -, Pater Jose und Kaplan Bork, Renate Schmidt. Wir wollen noch die Hausmeister Warzeneck für ihre Hilfsbereitschaft danken und genauso die Seniorengruppe und derer Leitungsteam, hier oder in Mümmelmannsberg, dessen Freundlichkeit immer so ein Trost für uns war, und so viele noch.

Die Gefahr ist dass wir jemanden zu nennen vergessen. Aber ich würde sagen, Ihnen allen danken wir herzlich. Wir waren viel beruflich anderswo beschäftigt, aber all das was wir hier zusammen erlebt haben – Firmkursvorbereitung, Nacht der Kirchen 3 Mal, Fastenzeitsabende, Einkehrtag, Feier, alltägliche Treffen, Eucharistien – sind wertvolle mit Ihnen geteilte Augenblicke und bleiben in unserer Erinnerung.

Wir freuen uns auch, dass heute ein paar Freunde außer Billstedt zu unserer Verabschiedung noch dazu gekommen sind, manchmal von weitem, manche nicht unbedingt Katholiken oder gläubig sogar. Diese Freundschaft wärmt uns das Herz.

Nochmal danke für alles und Gottes Segen. Wir beten weiterhin für die Gemeinde in Billstedt, die zurzeit vielen Änderungen ausgesetzt wird.

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Eine Meditation für die Sommerferien in der Natur

Es gibt nichts Schöneres als einen Baum“, sagt Alain Le Goff.

Der arme Mann hat keinen eigenen Baum, aber alle, die er mit eigenen Augen sehen kann, sind seine Komplizen im großen Spiel der Schöpfung. Es gibt einige, die ihm besser gefallen als andere. Sie sind nicht die triumphierendsten, sondern diejenigen, die im wilden Wind ums Überleben kämpfen. Er besucht sie im Winter, wenn sie kahl sind.

– Siehst du nur, wie sie arbeiten“, sagt er.

– Und was machen sie, Opa?

-Sie verbinden die Erde mit dem Himmel. Es ist sehr schwierig, mein Sohn. Wenn es keine Bäume gäbe, würde er sich verabschieden. Dann müssten wir einfach sterben. Gott bewahre uns!

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-Aber es gibt Länder, in denen kein Baum wächst. Ich habe es in der Schule gelernt. Sie werden Wüsten genannt.

-Ja eben mein Sohn. Dort gibt es keinen Menschen. Der Himmel ist herabgestürzt.

Ich tue so, als würde ich nicht verstehen. Er zündet seine Pfeife an und lächelt. Niemand hat je so gelächelt wie Alain Le Goff.

-Und deshalb sind die Menschen auf der Erde so unglücklich.

Er schlägt mit geöffneter Handfläche auf den rauen Rumpf.

– Du siehst, es ist ein großes Seil, der Stamm des Baumes. Manchmal sind sogar Knoten drin. Die Litzen des Seils lockern sich an jedem Ende, um sich an Himmel und Erde festzuhalten. Sie werden oben als Äste und unten als Wurzeln bezeichnet. Aber es ist alles dasselbe. Die Wurzeln finden ihren Weg in den Boden, so wie die Zweige ihren Weg in den Himmel finden.

– Aber es ist schwieriger in die Erde als in den Himmel einzudringen !

-Auf keinen Fall! Wenn das wahr wäre, wären die Zweige gerade. Und siehst du, wie verbogen sie hier am Apfelbaum sind! Sie müssen ihren Weg finden, das sage ich dir. Sie wachsen, der Himmel wehrt sich, sie wechseln die Richtung, so oft es nötig ist. Sie haben es schwer, weißt du. Vielleicht schwerer als die Wurzeln da unten.

– Und was tut ihnen so weh, Großvater?

– Es ist der Wind, der miese Wind. Der Wind will den Himmel von der Erde trennen, schiebt seine Zunge dazwischen… Und dahinter wartet das Meer darauf, es zu bedecken. Aber die Bäume stehen auf beiden Seiten. Die gesegnete Sonne hilft den Zweigen, während der Regen die Wurzeln tröstet. Was für ein Kampf, mein Sohn! Es hört nie auf, zu kämpfen, in dieser Welt.

– Was ist dann mit uns, was sollen wir tun?

– Den Baümen vertrauen, gegen den Wind.

Das Lächeln auf Alain Le Goffs Gesicht ist so friedlich, dass ich kaum glauben kann, dass die Welt das Feld eines Kampfes zwischen den Naturkräften ist.

Pierre Jakès Hélias, Das Pferd des Stolzes

Übersetzung von Sr. Françoise