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Heiliger Franz Xaver und die Xaviere-Schwestern

Mosaïque de Marco Rupnik, SJ – Chapelle de la Résidence S. Pietro Canisio, Rome

Im Jahr 1947 schrieb ein Jesuit namens Louis Mendigal eine kleine Einführungsbroschüre über La Xavière mit dem Titel „In der Nachfolge Franz Xaver“. Aus Anlass des Festes des hl. Franz Xaver am 3. Dezember veröffentlichen wir das Einführungskapitel. Es zeigt, wie die Xaviere-Schwestern ihren missionarischen Elan aus dem Beispiel und dem Leben dieses großen Missionsheiligen schöpft, dessen Namen sie trägt.

1541 Franz Xaver ist auf dem Weg nach Indien. Ein Datum, das in der Geschichte der Kirche und der Welt zählen wird.

Stellen Sie sich nicht vor, dass während dieser endlosen Reise in den Fernen Osten ein Franz Xaver am Bug des Schiffes steht, das ihn fortträgt, von neuen Christen träumt und sich zu diesen geheimnisvollen Ländern ausstreckt, so dass er die Welt um sich herum vergisst. François Xavier ist kein Träumer, sondern ein Realist, der Besseres zu tun hat, als sich in das Spinnrad der romantischen Vorstellungen zu verstricken.

Auf dem schmalen, tanzenden Kirchenschiff sind Matrosen, die wochen- und monatelang mit ihm brutal umgehen und ihn drängen. Männer, die sich wiederum wie Galeerensträflinge schuften oder wie ein Stein, schlafen, betäubt vor Müdigkeit; die sich unter Manövern abmühen oder gefräßig essen, die umsonst kämpfen und lästern, – denn Leiden macht sogar sanfte Schafe oft böse- oder sich in endlosen Kartenspielen zanken, wenn das Schiff mitten in der Innertropischen Konvergenzzone stagniert und es wirklich nichts anderes zu tun gibt, als Karten zu spielen und sich zu langweilen.

Männer, – von der Arbeit zerschlagen und von Schmerzen und Qualen zermürbt; aber von diesem Leben der Galeerensklaven wie „Tiere“ geworden. Matrosen, aber Söldner und freudlos. Wesen, für die es nichts gibt, außer dem Warten auf ein wenig Schlaf oder eine Schüssel ranziger Brühe. Abgesehen auch von den allzu seltenen Zwischenstopps, bei denen man durch Trunkenheit, Trinkgelage und Rumgebumse, das lange und zu schwere Elend, das eindringende Ungeziefer und das oft tödliche Fieber vergessen kann.

Söhne Gottes jedoch. Die Erlösten. Aber wer könnte unter diesen Wolfsgesichtern noch das wunderbare Abbild Gottes entdecken?

An diesen “ Nächsten “ denkt Franz Xaver. Anstatt in grossartigen Träumen zu verweilen und sich mit trügerischem Enthusiasmus zu erheitern, wird dieser Nachkomme einer spanischen Adelsfamilie, dieser Professor von der Sorbonne, der eine leidenschaftliche Jugend noch gestern gefeiert hat, Matrose werden, um, nachdem er ihr Herz erobert hat, das Recht zu haben, mit seinen Matrosen-Brüdern zu sprechen.

Und er lebt ihr hartes Leben, klettert auf Leitern, schürft seine Hände mit rauen Schoten ab, isst aus der gemeinsamen Schüssel, wendet am Spill, wie ein Mann, der schon lange im Beruf ist, und spielt während der völligen Windstille Karten.

Dann, zwischen zwei Spielen oder zwei Stürmen, kann er zu jenen Männern von Christus sprechen, deren Vertrauen und Achtung er gewonnen hat und die nicht wissen – oder vergessen haben – dass ein Gott sie so sehr geliebt hat, dass er für sie gestorben ist.

Ich glaube, dass dort, auf dem Vorschiff des instabilen Segelsbootes, das das Meer manchmal wie ein Strohhalm und manchmal bewegungslos wie ein totes Ding rüttelte, die „Xavière“ geboren ist.

Aber niemand wusste etwas davon – nicht einmal ich, – nicht einmal Sie, – bis 1925.
Niemand. Außer Gott.

Louis Mendigal (1892-1967)

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Anlässlich des Welttagsgebetes für die Berufungen

Am 11. und 12. Mai lädt die ganze Weltkirche ein, für die Berufungen zu beten. Unser Bistum ist dabei. Von Sonnabend 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr kann jede, jeder sich eintragen zum beten.

Das Zentrum für Berufungspastoral hat unsere Mitschwester Nathalie Becquart, die sechs Jahre lang als Direktorin des Nationalen Büros für die Evangelisierung der Jugend und für Berufungen bei der Französischen Bischofskonferenz gearbeitet hat.
Diese Aufgabe endete im August 2018. Im Oktober 2018 nahm sie, auf Einladung von Papst Franziskus, als Auditorin an der Bischofssynode „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung” in Rom teil.

Hier ist der Link zum Zentrum für berufungspastoral:
http://www.berufung.org/material/wh-berichte-05/

Sr. Nathalie, Sie haben sechs Jahre lang für die Berufungspastoral in Frankreich gearbeitet. Mit welchen Themen haben Sie sich in dieser Zeit hauptsächlich beschäftigt?
Sr. Nathalie: Das war zuerst die aktuelle Jugendkultur, die ich als postmodern-digital bezeichnen würde. Man kann den jungen Menschen nicht bei ihrer Berufungsfindung helfen, wenn man die Welt nicht versteht, in der sie leben. Wir müssen ihre konkrete Realität kennen, ihre Sprache, ihre Codes, ihr Verhalten. Wir müssen wissen, wonach sie sich sehnen und wonach sie fragen. Das Wort „Berufung“ wird oft falsch verstanden und vieldeutig verwendet. Wir haben uns deshalb viel mit der Theologie der Berufung beschäftigt, um zu einer christlich-katholischen Deutung von Berufung und Berufungspastoral zu kommen.
Außerdem ging es uns darum, konkrete Vorschläge und Hilfsmittel zu entwickeln und vorzuhalten, die helfen, eine Kultur der Berufung zu schaffen und die verschiedenen Berufungen zu fördern, insbesondere die Berufung zum Priester und zum Geweihten Leben.

Worin liegen in der nahen Zukunft die größten Herausforderungen für die Berufungspastoral?
Sr. Nathalie: Zuerst geht es darum, allen dabei zu helfen, das ganze Leben als Berufung wahrzunehmen und zu erkennen, dass jeder einen einzigartigen Ruf hat. Jeder ist berufen, zu entdecken, wie man glücklich wird, indem man den anderen liebt, ihm dient und ihn glücklich macht. Papst Franziskus hat das in Evangelii Gaudium (Nr. 273) auf den Punkt gebracht:  „Ich bin eine Mission auf dieser Erde.“ So gesehen besteht die größte Herausforderung darin, die Verantwortlichen in der Jugend- und Berufungspastoral zu Berufungsbegleitern auszubilden, damit sie den jungen Menschen dabei helfen können, ihre Berufung zu erkennen und ihren Platz in der Kirche und in der Gesellschaft zu finden. Das bedeutet aktuell, Ausbildungsgänge für eine geistliche Begleitung zu entwickeln, die den Jugendlichen hilft, in aller Freiheit eine Berufungsunterscheidung vorzunehmen. Denn viele junge Menschen fragen sich, was das Ziel ihres Lebens ist und wie sie eine gute Wahl treffen können.

Sie haben im Oktober 2018 an der Synode in Rom teilgenommen. In welcher Funktion waren Sie dort? Was haben Sie konkret gemacht?
Sr. Nathalie: Die Synode war großartig. Es war menschlich, spirituell und kirchlich eine tolle Erfahrung, dort die Bischöfe und Jugendlichen aus der ganzen Welt zu treffen. Papst Franziskus hatte mich als Auditorin nominiert. Insgesamt waren wir 49 Auditoren, davon 35 Jugendliche und sechs Ordensleute. Wie die Bischöfe durften wir im Plenum das Wort ergreifen und uns in der Kleingruppenarbeit, den circuli minori, einbringen. Konkret haben wir viel zugehört, um die Realität und die Lebenssituation der jungen Menschen heute besser zu verstehen. Wir haben viel über die Schlüsselworte der Synode „Glaube, Berufung, Unterscheidung und Begleitung“ nachgedacht und Wege einer Berufungspastoral für Jugendliche erkundet. 

Welcher Aspekt der Synode war für Sie der wichtigste? Über welches Ergebnis haben Sie sich besonders gefreut?
Sr. Nathalie: Wir haben ein neues Pfingstfest erlebt, einen neuen missionarischen Geist, der der Kirche helfen kann, für die jungen Menschen auf der Welt von heute da zu sein. Wir haben verstanden, dass die Jugend die Kirche erneuern kann, in dem sie ihr eine neue Jugendlichkeit geben und missionarischer Motor sind. Deshalb geht es darum, den jungen Menschen zuzuhören, ihnen Raum zu verschaffen, ihnen Verantwortung zu übertragen und sie auf allen Ebenen an Entscheidungsprozessen zu beteiligen.

Die Gemeinschaft der Xavière-Schwestern ist in Deutschland nicht sehr bekannt. Was ist das Charisma Ihres Ordens?
Sr. Nathalie: Unsere apostolische Ordensgemeinschaft wurde 1921 in Frankreich gegründet. Unsere Spiritualität ist ignatianisch. In gewisser Weise sind wir eine weibliche Variante der Jesuiten, denen wir nahestehen. Unser kompletter Name lautet: Xavière, Missionarinnen Jesu Christi. Die Mission spielt bei uns eine wichtige Rolle – Mission in den verschiedensten Ausprägungen, wie z.B. in einer Tätigkeit als pastoral Verantwortliche in der Kirche. Ein wichtiger Aspekt unseres Charismas ist es, Verbindungen herzustellen zwischen der Kirche und denen, die ihr fern sind. Wir wollen dorthin gehen, wo unseren Zeitgenossen sind, um ihnen zu begegnen und Christus zu verkünden. Unsere Devise lautet: „Begeistert von Christus, begeistert von der Welt.“ Dort, wo wir sind, versuchen wir, auf Einheit und Versöhnung hinzuwirken. 

Wie alt waren Sie, als Sie sich für die Gemeinschaft der Xavière-Schwestern entschieden haben?
Sr. Nathalie: 26 Jahre. Nach meinem Studium an einer Handelsschule war ich ein Jahr als Freiwillige in Beirut im Libanon, und dann habe ich noch zwei Jahre als Beraterin im Bereich Marketing-Öffentlichkeitsarbeit gearbeitet, bevor ich eingetreten bin (1995).

Gab es ein Ereignis, das diese Entscheidung beeinflusst hat?
Sr. Nathalie: Am Ende meines Studiums habe ich mit der Studentengemeinde an einem Gebetswochenende in einem ignatianischen Zentrum teilgenommen. Dort habe ich im Gebet erlebt, dass mich Christus sehr persönlich angesprochen hat. Das hat mich dafür geöffnet, voller Vertrauen auf seinen Ruf zu hören. Dann war da das freiwillige Jahr in Beirut, wo ich in einer Schule Kinder unterrichtet habe, die nichts anderes als den Krieg kennengelernt hatten. Dort spürte ich, wie reich beschenkt ich dagegen war und dass das sinnlos wäre, wenn ich nicht auch etwas zurückgebe. Ich habe eine so intensive Erfahrung der Liebe Gottes zu mir gemacht, dass der Wunsch in mir gewachsen ist, ihm als Ordensfrau mein Leben zu schenken.

Welche Person hat Sie besonders geprägt?
Sr. Nathalie: Im Libanon habe ich junge Ordensleute getroffen, die mir einen anderen Blick auf das Ordensleben ermöglicht haben, denn bis dahin hatte ich eher klischeehafte Vorstellungen davon. Durch ihre Freude, ihr Zeugnis, dadurch, dass sie so durch und durch menschlich und in der Welt verankert waren, haben sie mir gezeigt, dass ein solches Leben möglich und schön sein kann. Einigen von ihnen ist es zu verdanken, dass der Ruf Gottes mich erreicht hat.

Welches Bild sehen Sie, wenn Sie an Berufung denken?
Sr. Nathalie: Berufung ist ein Geheimnis und  ein Abenteuer – das Abenteuer, Christus bis in die österliche Wandlung zu folgen, das Abenteuer der Weite, denn Christi Ruf nimmt uns immer weiter mit, als wir es uns vorstellen können. Berufung ist ein dynamisches Geschehen. Solange wir leben, werden wir unsere Berufung niemals vollkommen erkennen. Im Lauf der Zeit werden wir den besonderen Ruf Gottes an uns persönlich jedoch besser erkennen. Ein Bild, das von der Berufung erzählt, ist eines des Übergangs, das Bild eines Schiffes, das in die Weite des Ozeans steuert.

Was sagen Sie einer jungen Frau, die darüber nachdenkt, Mitglied in Ihrer Gemeinschaft zu werden?
Sr. Nathalie: Zuerst kann sie auf unserer Internetseite www.xavieres.org einiges über uns erfahren. Dann würde ich ihr raten, einige Zeit in einer unserer Gemeinschaften mitzuleben. In Deutschland haben wir z.B. seit sechs Jahren eine Kommunität in Hamburg. Wie andere Gemeinschaften auch bieten wir Wochenenden an, an denen man uns kennenlernen kann. Darüber hinaus halte ich es für wichtig, eine gute geistliche Begleitung zu haben und Exerzitien zu machen, um in der Geistlichen Unterscheidung besser zu werden.

Welches ist Ihr Lieblingsgebet?
Sr. Nathalie: Ganz besonders liebe ich das Gebet von Ignatius von Loyola am Ende seiner „Geistlichen Übungen“. Dieses Gebet bringt alle meine Gebete auf den Punkt:
„Nimm hin, o Herr, meine ganze Freiheit. Nimm an mein Gedächtnis, meinen Verstand, meinen ganzen Willen. Was ich habe und besitze, hast du mir geschenkt. Ich gebe es dir wieder ganz und gar zurück und überlasse alles dir, dass du es lenkst nach deinem Willen. Nur deine Liebe schenke mir mit deiner Gnade. Dann bin ich reich genug und suche nichts weiter.“

An welchem Ort beten Sie am liebsten?
Sr. Nathalie: In der Kapelle unserer Gemeinschaft. Egal, ob eine unserer Gemeinschaften in einer Wohnung oder in einem großen Haus lebt, – wir wählen immer das schönste Zimmer aus, um dort die Kapelle einzurichten, und statten es sorgfältig liturgisch aus. Dieser schöne Rahmen unseres Gebetslebens, wo wir uns täglich treffen, um Laudes und Vesper zu beten, hilft mir auch in den Zeiten

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Etwas Neues in La Xaviere!

 

Seit Juli hat die Xaviere eine neue Generaloberin und einen Generalrat.

Das Foto ist da!

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Erste Reihe: Rechts: Christine Danel, Generaloberin ; Links: Geneviève Comeau, Assistentin

Zweite Reihe: Rechts: Christine Magnin, Mitte: Mireille Mion, Links: Laurence Loubières

Andere Fotos zu sehen: auf Facebook  oder http://www.xavieres.catholique.fr/…/reception_du_chapitre-2/#

Anlässlich  werden die Geburtstage der Gründungen in Afrika (Abidjan-Cocody =50 Jahre), Kanada (Montreal =20 jahre; Toronto = 10 Jahre) und in Hamburg (5 Jahre) gefeiert. Während wir über 50 Jahre für die erste Gemeinschaft in Abidjan gefreut haben, sind wir auch froh über unsere 5 Jahre!

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Die ganze Gemeinschaft

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dank der Unterscheidung dieses Kapitels hat jetzt die ganze Gemeinschaft drei Haltungen einzuleben:

        Gastfreundschaft sein                 Fürsorge                             Trost

 

Was für ein großes Programm!